Mein nächstes Fotoprojekt findet im Slum von Bangkok statt und fokussiert sich dabei auf die Bewohner des Viertels, indem es die Gesichter auf Schwarz-Weiß-Porträts zeigt. Khlong Toei ist eines von 50 Bezirken in Bangkok, liegt im südlichen Bereich der Stadt und ist bekannt für das größte Slumgebiet Bangkoks. Zusammen mit dem gesamten Fotokurs betraten wir dieses Arial und wurden nach ersten Annäherungen freundlich empfangen. Die Menschen im Slum sind sehr hilfsbereit, freundlich und freuen sich jedes Jahr, wenn die Studenten erneut in ihr Viertel kommen und ihnen die Fotos vom letzten Jahr präsentieren können.

Ziel dieses Ausflugs war es, die Schwarz-Weiß-Fotografie und die Portrait-Fotografie zu trainieren und zu verfeinern. Nebenbei haben wir natürlich auch viele neue Eindrücke gesammelt und Bangkok von einer ganz anderen Perspektive erlebt. Besonders die Kinder an diesem Tag waren begeistert und konnten es nicht erwarten von uns fotografiert zu werden. Die Eltern präsentierten stolz ihre Familienmitglieder und nur vereinzelt wurde es uns nicht erlaubt, Fotos von ihnen zu schießen. Insgesamt war es ein wunderbarer Ausflug, indem ich Vieles lernen konnte.

Was ist wichtig bei der Schwarz-Weiß-Fotografie?

1) In RAW fotografieren

Bei der Schwarz-Weiß-Fotografie ist besonders die Nachbearbeitung ein wichtiger Bestandteil eines guten Fotos. Durch das RAW-Format halten wir uns alle möglichen Bearbeitungsmöglichkeiten offen und wir können entsprechend nachjustieren. Zusätzlich kannst du die Fotos mittels deiner DSLR-Kamera im Kreativmodus „Schwarz-Weiß“ aufnehmen, sodass die Bilder zwar als Schwarz-Weiß-Bild angezeigt, jedoch vollwertig als Farbbild abgespeichert werden. Mit JPEG ist dies nicht möglich.

2) Achte auf Schatten, Konturen und Formen

In Farbbildern sind Schatten, Konturen und Formen weit weniger sichtbar, als auf Bildern in Graustufen. Diese werden in Schwarz-Weiß-Bildern viel deutlicher sichtbar, beeinflussen damit den gesamten Bildeindruck und sind somit ein wichtiger Bestandteil in einem Schwarz-Weiß-Foto. Aus diesem Grund musst du als angehender Fotograf ein Gefühl für diese charakteristischen Merkmale bekommen.

3) Achte auf Kontrast und Licht

Die besten Lichtverhältnisse für Schwarz-Weiß-Fotografie sind meist bei bewölkten Wetter gegeben. Deswegen ist der Kontrast in deinen Bildern weniger stark ausgeprägt und du hast eine bessere Kontrolle darüber, wie hoch der Kontrast am Ende sein soll. Hierdurch hast du die Möglichkeit, Blickfänger im Bild durch einen höheren Kontrast hervorzuheben.

4) Geringer ISO-Wert

In Schwarz-Weiß-Bildern ist leichtes Rauschen bereits leicht erkennbar, da der Betrachter nicht von Farben abgelenkt werden kann. Aus diesem Grund solltest du deine Bilder mit dem kleinstmöglichen ISO-Wert (bspw. ISO 100) aufnehmen, um das Rauschen so gering wie möglich zu halten.

5) Halte nach Texturen und Muster Ausschau

Farben lenken uns von Details ab. In Schwarz-Weiß-Bildern können also bereits ein kleines Detail der Blickfänger in deinem Bild sein. Achte deswegen auf Texturen und Muster, um diese Eigenschaft auszunutzen.

6) Potrait: Auf Augen fixieren

Die Augen sind die Brücke zur Seele des Menschen. Lässt du deine Bildbetrachter in die Augen der Fotomodelle schauen, wird dein Bild mit viel höherer Wahrscheinlichkeit zum perfekten Portrait.

7) Komposition und Hintergrund

Nutze  im Hintergrund deines Motivs einen reduzierten, wenig rauschenden Hintergrund. Denke dabei, dass auch Licht und Schatten diese Eigenschaften beeinflussen. Probiere verschiedene Winkel aus und achte auf die Aufteilung im Bild.

Jetzt bist du dran!

Das Wetter ist bedeckt? Perfekt! Auch wenn bewölktes Wetter dich normalerweise stören mag, so ist es ideal, um mit der Schwarz-Weiß-Fotografie zu beginnen!