Zusammenfassung

Dieses Projekt war ein wichtiger Bestandteil meiner Masterarbeit. Die Digitalisierung erzeugt in unserer Gesellschaft ein “always on”-Paradgima, das ständige Erreichbarkeit und kurzfristige Antworten erfordert. Das Ziel in diesem Projekt war die Konzeption einer Applikation, die diesem Paradigma widerspricht. Ein möglicher Aufbau wurde vorgestellt, der die Verringerung der Online-Zeit zugunsten der Offline-Zeit fördern soll.

Konzept

Die Digitalisierung läutet in unserer Gesellschaft ein neues “always on”-Paradigma ein. E-Mails, Instant Messaging und soziale Netzwerke lassen die Kommunikation in Echtzeit ablaufen. Distanzen werden leicht überwunden. Folgen lassen sich bereits in Studien belegen: Solitäre Aktivitäten sind im Aufwind, gemeinsame Aktivitäten verlieren am Stärksten an Bedeutung. Mit rudl soll diesem Trend entgegengewirkt werden. Kann eine Applikation, der Inbegriff der Digitalisierung, diesen Trend aufhalten. Verschiedene Lösungsansätze werden in der Applikation implementiert und der Anforderungsfokus verschoben. Mit einer entsprechenden Evaluation werden die Ansätze geprüft und die Erkenntnisse der Öffentlichkeit mitgeteilt. Sofern die Ergebnisse positiv ausfallen, wäre ein Umdenken in der Konzeption von sozialen Netzwerken und ähnlicher Plattformen erwägenswert.

Evaluation

Insgesamt haben 22 Mitglieder mindestens einmal mit der Plattform interagiert, sechs davon mehrfach. Sechs Personen haben sich freiwillig an den Interviews beteiligt.

Zeitersparnisse bei der Suche oder Erstellung von sozialen Aktivitäten wurde teilweise, aber nicht eindeutig identifiziert. Dennoch ist es gelungen, jedes Mitglied zu ermutigen, durchschnittlich an einer Aktivität teilzunehmen, die vermutlich nicht ohne die Anwendung stattgefunden hätte. Die Benutzerfreundlichkeit und der gute Überblick über die Anwendung wurden darüber hinaus sehr geschätzt und zeigten somit eine hohe Differenzierungskraft gegenüber anderen Methoden. Ein Mitglied des Interviews beobachtete ein motivierendes Gefühl, weniger vor dem Smartphone zu sein und sich mehr auf die Organisation von Freizeitaktivitäten zu konzentrieren, da man ein Teil dieser speziellen Gemeinschaft war. Die Befragten machten auch interessante Vorschläge für weitere Verbesserungen der Anwendung.

Der Algorithmus in dieser Anwendung hat auch gezeigt, dass Empfehlungsalgorithmen auch bei geringen Datenmengen signifikante Empfehlungen geben können. Ich gehe davon aus, dass sich die Genauigkeit dieser Empfehlungen durch weitere Interaktionen der Mitglieder verbessern wird. Der entwickelte Algorithmus ist jedoch recht einfach und kann in vielerlei Hinsicht erweitert werden. Aber egal wie genau diese Algorithmen Vorschläge machen, sie können selbst die schlechteste Empfehlung eines Freundes im Hinblick auf die Empathie nicht übertreffen.