Zusammenfassung

Sounds of South East Asia ist eine interaktive und explorative Soundkarte einer 44 Tage langen Rundreise durch Südostasien. Mit einem neuem Ansatz vermittelt diese Web-Anwendung als ein Tagebuch an Geräuschen und Klängen die Erlebnisse und Eindrücke einer persönlichen Reise. Angelehnt an das Konzept der Soundscapes, konzentriert sich dieses interaktive Reisetagebuch vollständig auf das Gehörte und stellt alles andere der Reise in den Hintergrund.

Idee

Unsere anfänglicher Gedanke war es, das Reisetagebuch in einer anderen Form zu verkörpern, welches normalerweise aus Text und Bildern besteht. Anstatt visuelle Aspekte einzufangen, haben wir die Motivation gehabt, das Ganze auditiv einzufangen. Das Projekt wurde stark beeinflusst von dem Konzept der Soundscapes, welches 1977 von R. Murray Schafer entwickelt wurde. In unserem Fall war Südostasien der Schwerpunkt und entsprechend sind die Geräusche und Klänge charakteristisch für die von uns besuchten Orte.

Um den Zuhörer zu ermöglichen sich vollkommen auf die Geräusche und Klänge zu konzentrieren, haben wir uns entscheiden die Beschreibung des Ortes auszublenden und erst nach dem ersten Abspielen erscheinen zu lassen. Hierbei haben wir uns dem Konzept des „Reduced Listening“ nach Pierre Schaeffer bedient. Beim „Reduced Listening“ wird der Fokus auf den Klang oder das Geräusch als solches gesetzt, unabhängig von seinem Entstehungsgrund. Indem wir die Beschreibung verspätet anzeigen stellen wir sicher, dass der Fokus auf den Geräuschen und Klängen liegt und gleichzeitig die Anzeige weiterer Informationen möglich bleibt. Aus dem gleichem Grund haben wir keine Fotos anzeigen lassen und das User Interface einfach und ablenkungsarm gehalten, denn ohne Ablenkungen und Außeneinflüsse funktioniert „Reduced Listening“ am besten.

Realisierung

Insgesamt haben wir fünf Länder erkundet: Thailand, Vietnam, Kambodscha, Singapur und Indonesien. Die Reisedauer hat in jedem Land variiert. Ganze 44 Tage haben wir mit einer Gruppe von sechs Leuten die Länder unsicher gemacht, vier Leute waren davon Teil dieses Projektes. Wir haben jeden Tag eine Aufnahme gemacht und das Datum, Zeit, Beschreibung und die Koordinaten notiert. Jede Aufnahme hatte dabei eine Mindestdauer von einer Minute mit der Absicht, dies im Reisetagebuch zu kürzen. Somit hatten wir genug Material, um interessante Stellen hervorzuheben und schlechtere Stellen zu entfernen. Schließlich wurde jede Aufnahme von uns auf 30 Sekunden gekürzt. Auf den Aufnahmen sind keine Stimmen von uns zu hören, um die Authentizität des Ortes widerzuspiegeln. Natürlich ist uns bewusst, dass dadurch die Klänge und Geräusche weniger persönlich scheinen mögen.

Zuhause angekommen, haben wir mit der Erstellung unserer interaktiven Karte begonnen. Wir haben uns auf eine warme Farbpalette geeinigt, da diese nach unserer Auffassung die Atmosphäre der Reise innerhalb Südostasiens gut abbildet. Um chronologisch zwischen den einzelnen Destinationen zu navigieren, haben wir einen vertikalen Zeitstrahl integriert und eine lockere Typo für die Beschreibungen sorgt für entsprechenden Stil eines klassischen Reisetagebuchs.

Die Implementierung der Anwendung wurde mittels HTML, Javascript und CSS durchgeführt. Die Google Maps JavaScript API wurde zur Anzeige der Karte genutzt. Die gestalterischen Änderungen an der Karte wurden mittels des Google Maps Styler vorgenommen. Die kontextbezogenen Informationen jeder Aufnahme wurden mit der Aufnahmedatei über eine JSON-Datei verknüpft.

Ausstellung

Die Sounds of South East Asia wurden auch auf den Hochschultagen 2016 der Hochschule für Künste in Bremen ausgestellt. Wir haben sehr gutes Feedback erhalten und viele Besucher haben sich auf unser Tagebuch eingelassen. Zwei der Besucher hatten gemeinsam eine ähnliche Reiseroute gewählt und waren erstaunt, wie das Erlebnis mit ganz anderen Sinnen präsentiert wurden konnte. Höchstwahrscheinlich war dies der Grund warum beide für eine recht lange Zeit mit unserer Soundkarte interagierten.

Probiere es aus!